Nackenverspannungen durch Bildschirmarbeit
Bildschirmarbeit gehört für viele zum Alltag – ob im Büro oder zu Hause. Doch genau diese Tätigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für Nackenverspannungen.
Der Grund liegt weniger im Bildschirm selbst, sondern in der Haltung und der Dauer der Belastung. Man achtet nicht genügend auf die richtige Haltung vor dem Bildschirm, sei es am Morgen, weil man noch nicht wirklich ausgeschlafen am Arbeitsplatz seine Position einnimmt oder weil sich eine schlechte Haltung über Jahre angewohnt hat und sich dann wundert wieso sich der Nacken bemerkbar macht.
Warum Bildschirmarbeit den Nacken belastet
Beim Arbeiten am Bildschirm passiert oft Folgendes:
- Kopf wird nach vorne geschoben
Um konzentrierter zu arbeiten oder weil der Bildschirm zu weit weg ist. - Schultern ziehen sich hoch
Dein Körper sagt dir: „Hier stimmt was nicht!“
Sei es die zu hohe Arbeitsbelastung oder eine Umgebung, die dich stresst. Entweder der Arbeitsplatz an sich oder die Personen mit denen du arbeitetest. - Bewegung wird reduziert
Man versucht alles, außer die Aufgaben, auf Sparflamme zu reduzieren. Dadurch verspannt dein Nacken und deine Energie und Konzentration reduziert sich.
Es ist wie ein Bumerang, gerade das Kanalisieren für beste Leistung ist der Grund für eine sinkende Leistung.
Diese Kombination führt zu dauerhafter Muskelanspannung.
Der „stille Belastungsfaktor“
Das Problem ist:
Die Belastung ist konstant, aber unauffällig.
Man merkt oft erst nach Stunden:
- Der Kopf fühlt sich schwer an
Brainfog und Kopfschmerzen sind oft die Folge. - Der Nacken wird steif
Das Bewegungsspektrum schränkt sich ein, die Konzentration lässt nach. - Schultern schmerzen
Sie neigen zu weit nach vorne, die Brust ist verengt. Dein Trapez- bzw. Kapuzenmuskel ist mehr als verspannt. Dieser umfasst den Hals, den Nacken, die Schultern und geht knapp den halben Rücken runter.
Typische Beschwerden
- Nackenverspannungen
Möglicherweise knackt es auch, wenn du deinen Nacken bewegst, das ist die harte Muskulatur. - Kopfschmerzen
Sie entstehen zum Einen durch den verspannten Trapezmuskel, der die Verspannung direkt in den Kopf weiter trägt.
Und ebenfalls durch die Verspannung ausgelöst, eine Unterversorgung des Gehirns, weil auch die Wirbelarterie (Arteria vertebralis für die Lateiner unter uns 😉), die sich durch die oberen beiden Wirbeln fädelt, durch die Verspannung eingeengt wird. - eingeschränkte Beweglichkeit
Ein Muskel, der lange angespannt ist, verhärtet und verliert dadurch seine ursprüngliche Dehnungsfähigkeit. - Druckgefühl im Nacken
Ein Gefühl, als hätte man eine Last im Nacken. Ein Rucksack, der unangenehm aufliegt. - Müdigkeit
Diese Daueranspannung kostet Energie, der Zeitraum in dem man richtig Fit ist wird kleiner. Oft lösen sich diese Verspannungen bis zum Schlafengehen nicht auf und verringern dadurch die Schlafqualität. Durch schlechten Schlaf ist man noch anfälliger für Verspannungen, ein Teufelskreis, den du durchbrechen solltest.
Warum Bewegung so wichtig ist
Der Körper braucht Abwechslung.
Ohne Bewegung:
Spannung steigt
So lange Sitzphasen kann unser Körper schwer verkraften, durch den unnatürlichen Stillstand auf unserem Bürostühlen, reagiert er mit Spannung.
Durchblutung nimmt ab
Durch die Verspannung hat es dein Blutkreislauf schwer noch richtig zu funktionieren, da die Flexibilität, die das Blut durch deine Adern pumpt durch die unflexible Muskulatur behindert wird.
Muskulatur verhärtet
Deine Muskeln brauchen eine gewisse Mindestbewegung, um gut zu funktionieren, ansonsten verhärten sie und das schmerzt. Aus gutem Grund, so sagt dir dein Körper lautstark: Ich brauche mehr Bewegung!
Mit Bewegung:
Nacken wird entlastet
Durch leichte und einfache Bewegungen während des Arbeitstages, entlastet der Nacken und der Tag zieht sich nicht gefühlt so unendlich in die Länge.
Muskeln entspannen sich
Du spürst sofort den Unterschied, wenn du kleine Bewegungen einbaust, die noch nachwirken, wenn du schon wieder voll in Action bist.
Was hilft im Alltag wirklich
Wie kann ich mich im Büro bewegen ohne gleich die Trainingsmatte auszupacken?
- Steh regelmäßig auf.
Hol dir einen Kaffee oder geh den Kollege was fragen, statt das über das Telefon oder den internen Chat zu machen und nimm dabei den langen Weg. Geh auf die Toilette. - Mach kurze Pausen von deiner üblichen Bewegung.
Wenn du immer die selbe Bewegung machst, mit der Maus oder immer dieselbe Tastenfolge drücken musst, dann halte immer wieder kurz an und sieh dabei verträumt aus dem Fenster, das ist auch noch gut für die Augen und die Psyche. - Ändere bewusst deine Haltung.
Hier ist für kurze Zeit auch das zurück lümmeln in deinen Bürostuhl erlaubt, nur damit deine Muskulatur anders belastet wird. Bleibe nur nicht zu lange in dieser Haltung. - Stelle deinen Bildschirm richtig ein
Achte auf den richtigen Abstand und die Positionierung. Vielleicht siehst du dir dazu kurz meinen Artikel „Monitor richtig einstellen“ an. - Bau kleine Übungen über den Tag ein.
Das kann schon viel bewirken. Um dich daran zu erinnern stelle dir dazu einen Wecker. Oft ist man zu sehr im Arbeitsfluss und übersieht das Wichtigste, das einem hilft wirklich gut über den Tag und über die Woche zukommen.
Kleine Gewohnheiten haben große Wirkung.
Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag gebaut. 💗

Übungen für zwischendurch
Nacken sanft dehnen
Neige den Kopf zur Brust und dann dreh den Kopf zur einen Schulter und dann zur andern Schulter, dein Kopf beschreibt dabei einen Halbkreis über der Brust, von links nach rechts und wieder zurück.
Schultern kreisen
Kreise die Schultern ein paar mal indem du die Schultern nach vorne ziehst, nach oben bewegst und dann zurück und runter, um dann die Schultern wieder am Ausgangspunkt zu haben.
Anschließend machst du das Ganze anders herum. Du merkst gleich, wie die Verspannung leichter wird.
Blick in die Ferne richten
Das entspannt dich als Ganzes und du tust deinen Augen einen Gefallen, weil sie in den unendlichen Himmel blicken können, weg von dem begrenzten Blick auf deinen Bildschirm.
Brust öffnen
Zieh die Schulterblätter dazu zusammen, das steigert die Wirkung dieser Übung und dann auch wieder langsam loslassen und die Schultern so weit wie möglich nach vorne bewegen. Auch hier wieder alles langsam durchführen.

Tipp
Nutze feste Pausen oder kleine Routinen, z. B. nach jedem E-Mail-Block kurz aufstehen.
Wusstest du schon?
Schon wenige Minuten Bewegung können ausreichen, um verspannte Muskeln wieder zu lockern und die Durchblutung zu verbessern.

Fazit
Bildschirmarbeit belastet den Nacken vor allem durch Dauer und Haltung.
Wer bewusst für Ausgleich sorgt und seine Arbeitsweise anpasst, kann viele Beschwerden vermeiden oder deutlich reduzieren.

Themenpool – Ergonomie am Arbeitsplatz (Monitorhöhe, Tastatur, Maus)
Landungsbrücke
- Der Ursachen-Kontinent (Warum zwickt es?)
- Der Entspannungs-Kontinent (Ruhe für das System)
- Der Bewegungs-Kontinent (Aktivität zurückgewinnen)
- Der Hilfs-Kontinent (Erste Hilfe & Tipps)
Dämmerungszone
- Alltag & Haltung für Kopf, Schultern & Nacken
- Ergonomie am Arbeitsplatz (Monitorhöhe, Tastatur, Maus)
- Stress & Verspannung (Nacken als klassischer Stressspeicher)
Tiefsee-Expedition
- Ergonomischer Arbeitsplatz richtig einstellen
- Monitor richtig einstellen
- Die richtige Sitzhaltung am Schreibtisch
- Typische Fehler am Arbeitsplatz (die du vermeiden solltest)
- Nackenverspannungen durch Bildschirmarbeit

Aktuelle Koordinaten: Sektor – Nacken-Welt
Das große Körper-Universum
- Die Welt der Nackengesundheit verstehen
- Die Welt der Rückengesundheit verstehen
- Die Welt der Haltung und warum sie über die Nacken- und Rückenwelt herrscht
